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Herr Andreas H. schrieb uns am 17.01.09:
Ich hatte vor 4 Wochen das Bier abgefüllt, ich habe pro Liter 12 g Zucker zugegeben, es ist aber so gut wie keine Kohlensäure und kein Schaum vorhanden (beim Einschütten ins Glas). Woran kann es liegen oder was habe ich falsch gemacht? Liegt es evtl. an der Bierhefe (Sorte 01-20) oder wäre Flüssighefe für den Ansatz besser? Über eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. Die abgefüllten Flaschen stehen bei einer Raumtemperatur von ca. 21 Grad.
1. Rezept: Bockbier feinherb Bierwürze-Konzentrat (Sorte 01-30) 100 g, Bierhopfen 1,5 ml, Bier-Hefe (Sorte 01-20) 3 g, Zucker 500 g auf einen Ansatz von 10 Liter, angesetzt am 09.12.08, abgefüllt am 19.12.08, durchschnittliche Raumtemperatur 21 Grad. Für die Nachgärung 120 g Zucker hinzugefügt.
2. Rezept: Hell mild Bierkonzentrat (Sorte 03-09) 100 g, Bier-Hefe (Sorte 01-20) 6 g, Zucker 1.500 g auf einen Ansatz von 25 Liter, angesetzt am 03.12.08, abgefüllt am 20.12.08, durchschnittliche Raumtemperatur 21 Grad. Für die Nachgärung 300 g Zucker hinzugefügt.
3. Rezept: Alt Bierwürz-Konzentrat (Sorte 01-36) 1.000 g, Bitterhopfen 1,5 ml, Bier-Hefe (Sorte 01-20) 4 g, Zucker 666 g auf einen Ansatz vo 16 Liter, angesetzt am 21.12.08, abgefüllt am 02.01.09, durchschnittliche Raumtemperatur 21 Grad.
Bei allen Sorten besteht das gleiche Problem, kaum Kohlensäure und beim Eingießen ins Glas kaum Schaum.
Bier-Kwik antwortete:
Vielen Dank für die detaillierten Informationen.
Wie wir diesen entnehmen konnten, waren Ihre Sude 10, 17 und 12 Tage im Gärbehälter und wurden dann abgefüllt.
Normalerweise reichen für die Hauptgärung 6 bis max. 8 Tage aus, wenn man ein Bier mit "normalem" Alkoholgehalt (also nicht gerade ein Bockbier) braut, eine obergärige Hefe verwendet und der Sud bei einer Raumtemperatur um 20 Grad Celsius steht.
Steht der Sud länger in der Hauptgärung, so verlängert sich meist damit auch die Nachgärung, da viele der noch im Biersud enthaltenen Hefezellen in der Zwischenzeit mangels Nahrung "verhungern" und die wenigen noch verbliebenen Hefezellen sich heftig vermehren müssen, um die Nachgärung zu bewerkstelligen.
Wenn nicht gerade der Zucker für die Nachgärung vergessen wurde bzw. zu gering bemessen wurde (was bei Ihnen ja nicht der Fall ist) und die Flaschen genügend warm stehen, so wird die Nachgärung mit entsprechender Kohlensäureproduktion zwangsläufig ablaufen.
Sie brauchen also einfach nur noch ein wenig Geduld bis Ihre Biere die richtige Menge Kohlensäure enthalten und sich beim Eingießen eine stabile Schaumkrone ausbildet.
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Herr Jens A. schrieb am 28.02.2008:
Hallo Bier-Kwik Team!
Was würde passieren, wenn man bei einer hellen Bierdose anstatt der empfohlenen Höchstmenge von 1 kg Zucker 2 kg zugeben würde?! Setzen die Hefebakterien den gesamten Zucker in Alkohol um oder sterben sie frühzeitig und es wird ein süsses Bier?
Tatsache ist, dass ich mehr oder weniger ungewollt 2 kg zugegeben habe und jetzt gerne wissen würde, ob sich der Aufwand des Abfüllens überhaupt lohnt!
Besten Dank und Gruß
Jens A.
PS: euer Bier wird im Sudan bereits von Amerikanern, Indern, Engländern, Holländern, Südafrikanern und natürlich von den Deutschen sehr hoch geschätzt! Weiter so!!
Bier-Kwik antwortete:
Sehr geehrter Herr A.,
unsere obergärige Trockenhefe schafft maximal eine (Anfangs-)Stammwürze von 16 %; allerdings wird es hier bei einer Restwürze von ca. 3 bis 4 bleiben. Das bedeutet, daß das Bier noch leicht süß schmecken kann. Besser ist es, diese Hefe nur für eine Anfangs-Stammwürze von 12 bis ca. 14 % zu verwenden. Für stärkere Biere empfiehlt sich unsere Bockbier-Hefe 01-21 f.
Eine höhere Stammwürze kann die obergärige Hefe nicht verarbeiten, da sie - wie Sie schon richtig vermutet haben - durch das eigene Stoffwechselprodukt (den Alkohol) zerstört wird. Das bedeutet, daß der restliche Zucker nicht weiter vergoren wird und das Bier süß schmeckt. Beim Abfüllen ergibt sich das Problem, daß man als Hobbybrauer nicht genau bestimmen kann, ob und wieviel Zucker für die Nachgärung hinzugegeben werden sollte, da der Sud ja noch Restzucker enthält.
Ich empfehle Ihnen daher, den Sud nach Möglichkeit mit Wasser zu verdünnen und evtl. noch etwas frische Hefe hinzuzugeben, damit auch der restliche Zucker vergoren werden kann. Auf diese Art und Weise sollten Sie Ihren Sud problemlos "retten" können.
Übrigens: Welche Anfangs-Stammwürze Sie hatten, können Sie mittels unserer Excel-Tabelle leicht errechnen. Diese finden Sie auf unserer Homepage www.hobbybrauen.de unter der Überschrift "Darf es noch ein Gläschen mehr sein?" gleich auf unserer Startseite (der Abschnitt ist rechts durch ein gelbes Kästchen mit Promille-Zeichen gekennzeichnet).
Mit freundlichen Grüßen
Ilona Kwiatkowski Bier-Kwik
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