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Abläutern Siehe Läutern
Alkoholgehalt Der Alkoholgehalt bezeichnet die Menge Alkohol, die im Bier enthalten ist. Der Alkohol entsteht während der Vergärung. Dabei wandelt die Bierhefe den in der Würze enthaltenen Malz-Zucker in Alkohol und Kohlensäure um.
Alphasäure ist die Maßeinheit für die Bitterkraft des Hopfens. Die Alphasäure wird in Prozenten angeben. Je nach Ernte kann der Alphasäure-Gehalt des Hopfens unterschiedlich ausfallen (siehe auch Iso-Alphasäure).
Aromahopfen Siehe Hopfen
Ausstoß Mit Ausstoß wird die Biermenge bezeichnet, die von einer Brauerei innerhalb eines Jahres gebraut wird. Der Ausstoß wird in Hekto-Liter (hl) angegeben. 1 hl entspricht 100 L.
Bier-Sorten Generell unterscheidet man zwischen obergärigen Bieren und untergärigen Bieren (siehe auch Bier-Hefe). Zu den obergärigen Bieren gehören z. B. Weizenbiere, Altbiere, Kölsch und Berliner Weiße. Zu den untergärigen Bieren gehören das Pils, Lager, Export. Alkoholstarke Biere werden auch als Bockbiere bezeichnet, die sowohl ober- als auch untergärig gebraut werden können.
Bierfilter Um ein klares Bier zu erhalten, muß dieses gefiltert werden. Durch die Filtration in einer Filteranlage werden die Schwebstoffe (wie Hefe-, Eiweiß- und Hopfenrückstände) herausgefiltert. Das Bier wird durch die Filtration zwar länger haltbar, verliert aber an Geschmack und an für die Ernährung wichtigen Inhaltsstoffen.
Bierhefe Die Hefe ist ein Sporenpilz, der im Prinzip überall in der Luft vorkommt. Zum Bierbrauen werden jedoch spezielle Bierhefe-Rassen verwendet. Jede Hefesorte erzeugt einen für die jeweilige Sorte typischen Geschmack. Man unterscheidet obergärige Hefen (Saccharomyces cerevisiae) und untergärige Hefen (Saccharomyces carlsbergensis). Obergärige Hefen vergären bei Temperaturen um 20 Grad Celsius; untergärige Hefen bei Temperaturen zwischen 4 und 12 Grad Celsius. Obergärige Hefezellen werden, da sie größere Zellverbände bilden, zum Beginn der Vergärung durch die entstehende Kohlensäure an die Oberfläche des Sudes transportiert (daher die Bezeichnung "obergärig"). Zum Ende der Vergärung sinken die Zellen auf den Boden und bilden dort den Bodensatz. Untergärige Hefezellen bilden kleinere Zellverbände, werden somit nicht an die Oberfläche transportiert und setzen sich sofort auf dem Boden ab (daher die Bezeichnung "untergärig").
Bitterhopfen Siehe Hopfen
Blume Die typische Schaumkrone auf einem frisch gezapften Bier wird Blume genannt.
Braugerste Die Braugerste ist einer der wichtigsten Hauptbestandteile des Bieres. Als Gerste mit den besten mälzungs- und brautechnologischen Eigenschaften wird die zweizeilige Sommergerste wegen ihres niedrigen Eiweißgehaltes bevorzugt. Die Qualitätsmerkmale sind: Geruch, Größe und Form der Körner sowie Qualität der Spelzen und des inneren Kornkörpers. Für den Brauvorgang wichtig sind außerdem auch die Keimfähigkeit und der Anteil der Inhaltsstoffe.
Braumalz Das Malz wird hauptsächlich aus Gerste (der sogenannten Braugerste) gewonnen. Das Gerstenkorn enthält eine Fülle von Nährstoffen, Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen, die das Bier so wertvoll für die Ernährung machen. Damit aus dem Gerstenkorn Gerstenmalz wird, werden die Körner eingeweicht und bei warmen Temperaturen angekeimt. Dadurch wird die unlösliche Stärke in den Malzkörnern für den Brauprozeß verwendbar gemacht. Der Keimvorgang wird durch Trocknen des Malzes abgebrochen. Je nachdem, bei welchen Temperaturen - und wie lange das Malz getrocknet wird, entsteht ein helleres oder auch dunkleres Malz. Während des Mälzvorganges entstehen durch die Keimung des Gerstenkornes Enzyme (eiweißartige Katalysatoren), welche für das Maischen benötigt werden. Je nach Steuerung des Mälzprozesses wird die gewünschte Menge an Enzymen gebildet.
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Brauwasser Von Bedeutung für das Bierbrauen ist die Qualität des Wassers. Brauwasser unterliegt den gleichen Bestimmungen wie Trinkwasser. Das Brauwasser kann entkeimt, enthärtet, gefiltert oder gekocht werden. Häufig haben Brauereien eigene Brunnen oder Quellen.
Darren Beim Darren wird der Keimprozess durch Erhitzen des Malzes gestoppt. Je nach verarbeiteter Getreidesorte, Dauer und Temperatur bei der Keimung, entstehen unterschiedliche Malzsorten. Die jeweils verwendete Malzsorte hat einen erheblichen Einfluß auf den Geschmack des Bieres.
Filtrierung Durch die Filtrierung werden dem Bier in der Brauerei die Trübstoffe entzogen; das Bier wird klar und länger haltbar; allerdings werden dem Bier damit Geschmacksstoffe und für die Ernährung wichtige Stoffe entzogen.
Gärbottich (heute Gärtank) Die Vergärung findet in einem Gärbottich statt. Früher wurden für die Hauptgärung offene Gärbottiche verwendet, heute hingegen hauptsächlich nur noch geschlossene ZKGs (zylindrokonische Gärtanks) aus Edelstahl. Die Bierhefe wandelt durch die Vergärung den in der Würze gelösten Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure um.
Gärkeller Im Gärkeller findet die Hauptgärung statt. Die Hauptgärung dauert bei untergärigen Bieren etwa 6 – 9 Tage, bei den obergärigen 2 - 7 Tage.
Grad Plato Grad Plato ist die Einheit des Stammwürzegehaltes. Eine Bierwürze mit x Grad Plato hat dasselbe spezifische Gewicht wie eine wässerige Saccharose-Lösung mit x Gewichtsprozenten Saccharose; d. h. 1 % Stammwürze (siehe auch Angabe auf der Bierwürze-Spindel) entsprechen dabei 1 Grad Plato!
Grünmalz Mit Grünmalz werden die angekeimten Gerstenkörner bezeichnet (siehe auch Mälzerei).
Hauptgärung Sobald die der Bierwürze zugegebene Bierhefe aktiv wird, beginnt die Hauptgärung. Dabei wandeln die Hefen den Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure um. Die Dauer der Hauptgärung hängt von der verwendeten Hefesorte, der Gärtemperatur und der Stammwürze des Bieres ab.
Hopfen Der Hopfen (Humulus lupulus) gehört zur Familie der Hanfgewächse. Die Pflanzen ranken sich an bis zu sieben Meter hohen Gerüsten empor. Hauptanbaugebiete in Deutschland sind die Hallertau und die Gegend um Tettnang. Zur Bierherstellung werden nur die weiblichen unbefruchteten Pflanzen verwendet, da nur diese Dolden bilden, die das für die Bierherstellung wichtige Lupulin (ein Bitterstoff, der dem Bier den herben Geschmack verleiht) enthalten. Die Inhaltsstoffe des Hopfens wirken eiweißfällend. Sie tragen so zur Haltbarkeit des Bieres bei und beeinflussen die Schaumstabilität positiv. Man unterscheidet in Abhängigkeit von dem Bitterstoffgehalt zwischen Aroma- und Bitterhopfen. Der Aromahopfen verleiht dem Bier eine „hopfenblumige“ Note, der Bitterhopfen die dem Bier eigene Bittere. Da Hopfen antibakteriell wirkt, verleiht er dem Bier eine längere Haltbarkeit. Er wikt außerdem schaumstablisierend, d. h. er sorgt für eine schöne stabile Schaumkrone (Blume).
Iso-Alphasäure Die unlöslichen Alphasäuren werden durch den Kochvorgang zu löslichen Iso-Alphasäuren. D. h. die im Hopfen enthaltenen Bitterstoffe werden erst durch das Kochen und damit durch eine Änderung der Molekülstruktur (Isomerisation) an den Biersud abgegeben.
Jungbier Als "Jungbier" bezeichnet man das noch nicht völlig ausgereifte Bier nach Abschluß des Gärungsprozesses.
Kohlensäure Die Kohlensäure entsteht zusammen mit dem Alkohol durch den Gärprozeß. (Malz-) Zucker wird während der Vergärung durch die Bierhefe zu Alkohol und Kohlensäure umgewandelt.
Lagerkeller Im Lagerkeller findet die Nachgärung des Jungbieres statt.
Lagertank Das Jungbier lagert vor der Abfüllung auf Flaschen oder Fässer in der Brauerei noch einige Zeit zur Nachgärung in Lagertanks.
Läuterbottich Im Läuterbottich werden die festen Bestandteile der Maische von der Flüssigkeit getrennt. Der Läuterbottich ist mit einem Siebboden versehen, auf dem sich die festen Bestandteile (insbesondere die Hüllen/Spelzen der Malzkörner) absetzen. Die Flüssigkeit wird als Würze gewonnen, der (Malz-)Treber bleibt zurück. (Quelle: Deutscher Brauerbund, „So wird Bier gebraut. Eine virtuelle Brauereiführung“)
Läutern Unter Läutern versteht man das Trennen der flüssigen Bestandteile (Würze) und festen Bestandteile (Treber) der Maische. Das Läutern erfolgt in einem speziellen Läuterbottich.
Maischbottich Das geschrotete Malz kommt in den Maischebottich und wird mit mit heißem Wasser eingemaischt (vermischt).
Maische Die Maische besteht aus geschrotetem Malz und Wasser.
Maischen Unter Maischen versteht man das Vermischen und Erhitzen von geschrotetem Malz mit Brauwasser. Bei professionellen Brauverfahren unterscheidet man zwischen dem sogenannten Infusionsverfahren (hier wird der gesamte Inhalt des Sudkessels erhitzt) und dem Dekoktionsverfahren (hier werden dem Maischebottich Teilmaischen entnommen und gekocht).
Maischpfanne In der Maischpfanne wird das geschrotete Malz mit Brauwasser zu Maische vermischt. Die Maische wird auf verschiedene Temperaturen erhitzt. Dabei wandeln die in den Malzkörnern enthaltenen natürlichen Enzyme die wasserunlösliche Stärke des Getreides in löslichen Malzzucker um. An dieser Station gehen alle für das Brauen wichtigen Stoffe des Malzes in Lösung über. (Quelle: Deutscher Brauerbund, „So wird Bier gebraut. Eine virtuelle Brauereiführung“)
Mälzen Siehe Braumalz
Mälzerei Das rohe Gerstenkorn ist nicht zum Brauen geeignet, da es die für die Umwandlung von wasserunlöslicher Stärke zu löslichem Malzzucker notwendigen Enzyme nicht enhält. Diese Enzyme werden erst durch das Mälzen gebildet. Das sog. „Mälzen“ geschieht in der Mälzerei. Dazu wird das Braugetreide mit Wasser eingeweicht. Das führt bei geeigneten Temperaturen und reichlich Sauerstoff zur Keimung. Um die Keimung zu stoppen, wird das fertige Grünmalz durch Hitzezufuhr gedarrt (getrocknet). Dadurch entsteht das Braumalz.
Nachgärung Die Nachgärung findet in der Brauerei im Lagerkeller statt. Während der Nachgärung klärt sich das Jungbier, da die Trubstoffe (wie Eißweiß, Hefezellen und Hopfenrückstände) sich langsam absetzen. Da wie bei der Hauptgärung auch bei diesem Vorgang Kohlensäure entsteht, wird das industriell hergestellte Bier in Drucktanks gelagert. Während der Nachgärung rundet sich der Geschmack des Bieres ab, der vorhandene Restzucker wird abgebaut und das Bier erhält die für den frischen Geschmack wichtige Kohlensäure.
Rast Bei dem Infusionsverfahren wird die Maische auf eine bestimmte Temperatur gebracht und bei dieser Temperatur eine gewisse Zeit gehalten. Die erste Rast wird Eiweißrast genannt, da hier das Eiweiß ausgefällt wird. Danach folgt die erste Verzuckerungsrast; hier entsteht der Zucker, der später zu Alkohol vergoren wird. Bei der zweiten Verzuckerungsrast ensteht ein hoher Anteil an nicht vergärbaren Zuckern, die später den „Körper“ des Bieres bilden.
Reinheitsgebot Das Reinheitsgebot wurde am 23. April 1516 durch den bayerischen Herzog Wilhelm IV erlassen und gilt als das älteste Lebensmittelgesetz. Gemäß des Reinheitsgebotes durfte zum Bierbrauen nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden. Durch dieses Gebot sollte wohl einerseits sichergestellt werden, daß die für die Nahrung wichtigen Getreidesorten wie Roggen und Weizen den Bäckern vorbehalten blieb, andererseits sollte ausgeschlossen werden, daß zur Bierherstellung Halluzinogene (wie z. B. Bilsenkraut oder Fliegenpilz) verwendet wurden. Statt dieser rauscherzeugenden Zutaten durfte nur noch der beruhigend wirkende Hopfen verwendet werden.
Schaumkrone Die Schaumkrone entsteht beim Einschenken des Bieres ins Glas. Der Hopfen und andere Bierinhaltsstoffe wirken schaumstabilisierend. Eine stabile Schaumkrone ist ein Zeichen dafür, daß das Bier lange genug ausgelagert wurde.
Stärke Die im Getreidekorn enthaltene Stärke wird durch Enzyme zu Zucker abgebaut, der später durch die Gärung in Alkohol umgewandelt wird.
Stammwürze Als Stammwürze bezeichnet man die Menge an Inhaltsstoffen - Malzzucker, Eiweiße, Vitamine und Aromastoffe - in der unvergorenen Würze. Durch die Vergärung entstehen aus den vergärbaren Anteilen der Stammwürze Alkohol und Kohlensäure. Der unvergärbare Anteil bildet den Restextrakt, der dem Bier Körper und Volumen verleiht. Der spätere Alkoholgehalt des fertigen Bieres ist somit abhängig von dem Stammwürzegehalt. Der Stammwürzegehalt wird in Grad Plato gemessen.
Sud Sud ist die Bezeichnung einer Produktionscharge im Sudhaus.
Sudhaus Im Sudhaus werden die Maische und danach die Würze gekocht. Das Sudhaus ist ausgestattet mit: Maischbottich, Maischpfanne, Läuterbottich und Würzepfanne.
Sudpfanne siehe auch Würzepfanne
Treber Treber, oder Biertreber, bezeichnen die ausgelaugten Rückstände des Malzes. Er enthält hauptsächlich Spelzen des Malzkornes und das koagulierte unlösliche Eiweiß. Der Treber kann als Tierfutter und für die pharmazeutische Industrie verwendet werden.
Vorderwürze Durch Trennung der festen und flüssigen Bestandteile der Maische im Läuterbottich entsteht die Vorderwürze. Sie enthält alle löslichen Stoffe des Malzkorns wie z. B. den Malzzucker.
Whirlpool Im Whirlpool erfolgt eine Trennung der heißen Würze von den Hopfen- und Eiweißbestandteilen. Die Trennung geschieht auf physikalischem Wege. Die Würze wird dabei in Rotation versetzt. Dadurch sammeln sich die ungelösten Stoffe in der Mitte des Whirlpools.
Würze Die (Bier-)Würze entsteht durch Kochen der Vorderwürze unter Hinzugabe des Hopfens.
Würzekühler Im Würzekühler wird die noch heiße Würze heruntergekühlt, sodaß die Hefe hinzugegeben und damit die Gärung gestartet werden kann.
Würzepfanne In der Würzepfanne, auch Sudpfanne genannt, wird der Würze der Hopfen zugegeben und beides zusammen gekocht. Durch das Kochen werden vorhandene Bakterien abgetötet und damit eine längere Haltbarkeit des Bieres erzielt. Nach dem Kochen wird die Würze im Würzekühler heruntergekühlt.
Zwickelbier Ein Zwickelbier ist ein naturtrübes, ungefiltertes Bier. Da es ungefiltert ist, ist es zwar von geringerer Haltbarkeit und sollte deshalb frisch getrunken werden. Es enthält aber im Gegensatz zum gefilterten Bier mehr Geschmacks- und Aromastoffe und die für die Ernährung wichtigen Bestandteile wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.
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